Das Kooperationsprojekt zwischen der Psychiatrie I und Neuroradiologie der Medizinischen Universität Innsbruck mit dem Titel: „Clinical and Imaging Alzheimer´s Dementia Risk Score CIAD-RS“ hat sich zum Ziel gesetzt, einen klinischen und bildgebenden Risikomarker zur Frühdiagnostik der präklinischen “Demenz vom Alzheimer Typ” zu entwickeln.

Eingereicht von: Dr. med. univ. Michaela Defrancesco, MMSc PhD
Firma/Universität: Medizinische Universität Innsbruck – Department Psychiatrie und Psychotherapie
Homepage: www.i-med.ac.at
Kooperationspartner: Medizinische Universität Innsbruck – Neuroradiologie

Die Forschung im Bereich dementieller Erkrankungen stellt auf klinischer,sozialer, ethischer und wissenschaftlicher Ebene eine besondere Herausforderung dar.

Auf klinischer Ebene handelt es sich bei Patienten mit  Demenz meist um  Menschen in hohem Lebensalter, welche durch Co-morbiditäten und Vorerkrankungen als teils „Frail“ (gebrechlich) oder zumindest geriatrisch (Menschen welche durch ihr Alter und ihre Erkrankungen besondere Pflege benötigen) eingestuft werden. Dies stellt Behandler aller Fachdisziplinen vor die Herausforderung, in der Behandlung dieser Patienten immer den „gesamten“ Menschen zu berücksichtigen und Begleiterkrankungen bzw. Begleitmedikation aktiv in die eigene Therapieplanung einzubeziehen. Auch die kognitiven Defizite von Menschen mit Demenz müssen in der Behandlungsplanung und insbesondere der Informationsvermittlung berücksichtigt werden.

Auf sozialer und ethischer Ebene sollte im Rahmen jeglicher klinischer Forschung stets die aufgrund der dementiellen Erkrankung begrenzen verbleibenden Lebenszeit berücksichtigt werden. Insbesondere der Umstand, dass die Alzheimer Demenz (AD) einen zwar langsamen jedoch stetig progredienten Verlauf nimmt und in den letzten Lebensjahren in eine unweigerliche Pflegebedürftigkeit mündet, sollt in Bezug auf ethische Zumutbarkeit einer klinischen Studie nie außer Acht gelassen werden. Derzeit müssen Ergebnisse und erhobene Daten jeglicher  pharmakologischer wie auch nicht-pharmakologischer Interventionsstudien als primär langfristig klinisch nutzbar gesehen werden. Angesichts des Verlaufs der AD wird somit der teilnehmende Studienpatienten aus den erhobenen Daten in den wenigsten Fällen profitieren können.

life-science.eu - Foto: (c) Michaela DefrancescoAuf wissenschaftlicher Ebene besteht zwischen führenden Experten im Bereich der Alzheimer Forschung Konsens ,dass in den nächsten 10-15 Jahren mit keiner neuen und vorallem der bisherigen Therapien überlegenen Behandlung – noch weniger Heilung- zu rechnen ist. Obwohl die Forschung an neuen medikamentösen wie auch nicht-medikamentösen Therapiestrategien bisher frustran verläuft, zeigen sich auf dem Gebiet der Diagnostik und Differenzierung dementieller Erkrankungen ein stetiger und erfreulicher Fortschritt. Sensitive und Spezifische Diagnostische Verfahren wie insbesondere im Bereich der zerebralen strukturellen wie auch funktionellen Bildgebung sind in der Zwischenzeit auch für die tägliche klinische Praxis in vielen Zentren verfügbar. Bedarf besteht nun, die unterschiedlichen bildgebenden, klinischen, genetischen und physiologischen Biomarker dementieller Erkrankung in Wissenschaft und klinischer Routine einfach anwendbar und integrativ zu nutzen. In Anlehnung an bereits etablierte Risikoscores wie dem ChAD-VASc und HAS Bled Score , welcher in der inneren Medizin unter Einbeziehen verschiedenster klinischer und biologischer Faktoren zur Risikobestimmung von cardiovaskulärem Risiko sowie des unter Blutverdünnung bestehendes Blutungsrisikos klinisch wie wissenschaftlich genutzt wird- soll nun auch der CIAD-RS zu einem risiko- und therapierelevanten Demenzmarker entwickelt werden.

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