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Job on the Top

Wie gestaltete sich die Rückkehr ins „normale Leben“ nach der Ministerkarriere?

Es war wie ein harter Bruch – man steht auf der Straße, hat keinen Job mehr, hat kaum Freund mehr, niemand der dich stützt in all dem Negativen des Scheiterns, hinzu kommt der mediale Vorwurf wegen der Ministergehaltsfortzahlung. Woher hätte ich sofort einen Job nehmen sollen. Der Gesundheitsbereich ist sehr überschaubar und die Positionen liegen nicht auf der Straße. Zusätzlich wurde zwei Jahre lang meine Reputation öffentlich zerstört, was einer erfolgreichen Bewerbung nicht unbedingt hilft.

Wie war Ihre Stimmung in der Zeit?

Ich war niedergeschlagen und wurde durch mein engstes soziales Netz aufgefangen. Ich hatte anfangs einfach einmal eine Zeit zum Reflektieren und Abschließen gebraucht. Das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich nicht auf der Gewinner Schiene war. Wenn ich heute alles Revue passieren lasse, ich bin in vielem missverstanden worden.

 

Wie ging es dann weiter?

Nach der ersten Phase des Verarbeitens, sammelte ich wieder meine Kräfte und ging pragmatisch an die Frage „Was kann ich einem Arbeitgeber bieten, wen spreche ich an, bei wem anrufen und mich vorstellen? Womit ich nun nicht gerechnet hatte waren die Rückmeldungen der Überqualifikation, oder der hierarchischen Problematik als Bundesministerin a.D. keine mittleren Leitungspositionen besetzen zu können. Ich war zornig auf alle und das half mir schließlich in die „Jetzt erst Recht Mentalität“ zu gelangen.

 

Sie bringen jetzt Ihre Kompetenzen und Erfahrungen in das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ein. Was ist hier Ihr Aufgabenbereich?

PwC hat weltweit einen sehr großen Health Care Bereich. Den baute ich für Österreich auf bin aber heute im gesamten europäischen Raum tätig. Konkret bedeutet es: Marktanalysen, Portfolioentwickung, Analyse der Themen im Gesundheitswesen der nächsten Jahre, Beratung von Stakeholdern, etc. Ein wichtiger Teil sind Finanzierungsfragen, Aufbau von public private partnership Lösungen und Finanzierungsstrukturen verbunden mit der Implementierung moderner Managementmethoden, owie Merger und Acquisitions im Pflegebereich, d.h. ein Investor „x“ will Pflegeheim „y“ kaufen, dieses soll strategisch neu ausgerichtet werden. Auf diesen Bereich spezialisiere ich mich zurzeit.

Ein Steckenpferd von mir ist auch die betriebliche Gesundheitsförderung mit dem gesamten Spektrum der burn-out prävention, Mobbing Prophylaxe. Hier kann ich meine psychotherapeutische Ausbildung einbringen.

 

Vielen Dank für das sehr offene und persönliche Gespräch.

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