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Unterscheidet sich die Wissenschaft von heute von der aus der Vergangenheit?

Die Wissenschaft von heute passiert nicht mehr irgendwo in einem stillen Kämmerlein, sie sucht den Kontakt zur Öffentlichkeit, zur Wirtschaft. Wir arbeiten bereits seit langem mit der Firma Mars zusammen, wobei ich extra darauf hinweise, dass niemals versucht wurde, unsere Ergebnisse in irgendeiner Form zu beeinflussen.

 

Die Finanzierung der Wissenschaft und der Universitäten ist ein viel strapaziertes Thema in den Medien. Wie sehen Sie dieses Thema?

Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft muss differenziert gesehen werden. Es gibt zweifelsohne Bereiche in denen es nicht möglich oder nicht gut ist. Wir lukrieren mit den Wölfen einen sehr hohen Privatanteil.

Ich sehe das Defizit der Finanzierung von Wissenschaft nicht nur seitens des Staates sondern auch seitens der Privatwirtschaft. Es existiert hier keine Mentalität zur Unterstützung von Wissenschaft. Österreich ist hinter der Türkei und Griechenland leider das Schlusslicht, wenn es um das Interesse der Öffentlichkeit an Wissenschaft geht. Die Massenmedien vernachlässigen die Wissenschaftsberichterstattung, weswegen die Wissenschaft innerhalb der Bevölkerung nicht stärker beachtet werden wird. Sie ist nicht wirklich prestigeträchtig.

Wenn es eine Unterstützung seitens der Wirtschaft gibt, dann immer nur in Verbindung mit einer Gegenleistung. Und sei es nur Öffentlichkeit und Werbewirksamkeit. Dagegen ist nichts einzuwenden, so lange die Wirtschaft nicht bestimmt, woran geforscht wird, - davon ausgenommen ist natürlich die Auftragsforschung – bzw. solange die Wirtschaft nicht im Voraus das Ergebnis festlegt. Ich habe nicht die Urangst mancher Kollegen, von der Wirtschaft versklavt zu werden.

 

Definieren Sie sich als Grundlagenforscher oder als Vertreter der angewandten Forschung?

Ich zähle mich eindeutig zur Grundlagenforschung. Die Ergebnisse aus der Wolfsforschung sind zwar teils auf die Mensch-Hundbeziehung übertragbar. Aber ein wesentliches Merkmal für die Grundlagenforschung sehe ich darin, dass sie per Definition zweckfrei ist. Sie forscht nicht auf ein bestimmtes Ziel hin, das einzige Ziel ist die wissenschaftliche Erkenntnis. Anders ist es in der angewandten Forschung in der ich eng fokussiert zweckorientiert forsche.

 

Lassen sich die beiden überhaupt voneinander klar abgrenzen?

Nicht wirklich, denn es ist anwendungsnahe, wenn wir mit Psychologen gemeinsam Forschungsprojekte realisieren, bei denen Kinder mit massiven Bindungsthemen mit Hilfe von Hunden wieder lernen, soziale Beziehungen aufzubauen und zu anderen Menschen Vertrauen zu finden. Der Kontakt mit den Hunden hilft den Kindern dabei, dass sie im nächsten Schritt Vertrauen zu ihrem Psychotherapeuten aufbauen können und dann schließlich an ihren Traumata arbeiten können.

 

Eines Ihrer Anliegen sehen Sie in der Vermittlung der Wissenschaft an eine breite Öffentlichkeit. Was erwarten Sie sich davon? Warum ist das sinnvoll? Notwendig?

Die meiste Grundlagenwissenschaft ist direkt mit Steuergeldern, sprich der Öffentlichkeit finanziert. Wer zahlt, soll auch erfahren was mit dem Geld passiert. Dies gilt auch für die Sponsoren. Ich habe mich nie in die Medien gedrängt, aber sie von Anfang an informiert, was wir tun, und so über Jahre hinweg das Image eines verlässlichen Partners aufgebaut. Ich finde man muss auch wissen, worüber man seriöserweise reden kann. Auch wenn jemand den Nobelpreis für die Entschlüsselung eines bestimmten Gens bekommen hat, sollte er trotzdem keine Expertise über ein Verkehrskonzept im Burgenland abgeben.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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