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jorma-bork pixelio-deHaben Sie sich bei Menschen aus Ihrem Umfeld vielleicht schon manchmal die Frage gestellt: „ist er oder sie Sucht gefährdet?“ Oder haben Sie sich diese Frage auch schon einmal selbst gestellt? Je früher die Risiken und Symptome erkannt werden, umso leichter kann ihnen begegnet werden. Mag. H. Ertl bringt es auf den Punkt, woran und wie Sie problematisches Suchtpotenzial identifizieren können. Foto: (c) J. Bork/pixelio.de

Die Sucht enttabuisieren
Eine Sucht kann Beziehungen, Arbeitsverhältnisse, Karrieren, das eigene Leben und das der Angehörigen zerstören. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten frühzeitig das Gespräch und mögliche Ausstiegshilfen gesucht werden. Je früher das Risiko einer Sucht erkannt wird, desto besser ist die Aussicht, sie in den Griff zu bekommen. Suchtverhalten zeigt viele Gesichter: Drogen, Alkohol, Medikamente, Internet, Casino, Kaufrausch u.a. können bei einer Sucht das Objekt des zwanghaften Verlangens danach sein. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie eine dominierende Rolle im Alltag einnehmen und das soziale wie auch berufliche Umfeld massiv in Mitleidenschaft ziehen.

Wann spricht man von einer Sucht?

Unterliegt man dem unwiderstehlichen Verlangen nach einem bestimmten Gemüts- oder Erlebniszustand, dann sprechen wir von „Sucht“. Bezeichnend dafür sind ein „krankhaftes Verlangen“ nach bzw. eine „krankhafte Abhängigkeit“ davon, ein bestimmtes Verhalten auszuführen oder eine Substanz einzunehmen. Und das gegen jede Vernunft und besseren Wissen!

Ab wann wird der Genuss zur Sucht?

Bei der Bewältigung seelischer Anspannungen werden zur „Selbstbehandlung“ gern Hilfsmittel (Genussmittel oder positive Anreize) verwendet, die die Belastungen kurzfristig beherrschbar und ertragbar machen. Dabei wirkt diese „externe Stimulierung“ zunächst positiv auf unser Belohnungssystem im Gehirn. Wir fühlen uns angstfreier, entspannter, sind besser drauf. Aber das hält nicht lange an! Diese Strategie löst auch den Ursprung der Probleme nicht. Im Gegenteil; sie führt unfreiwillig zur psychischen und letztlich auch zur körperlichen Abhängigkeit; sie zerstört soziale Bindungen und Chancen.

Viele stellen sich die Frage, wo die Grenze zwischen Genuss und Sucht verläuft. Wann muss man sich selbst oder als Angehöriger ernste Sorgen machen? Psychologisch, medizinisch gesprochen wird die Diagnose „Suchterkrankung“ dann gestellt, wenn folgende Symptome erkennbar sind:

1.    Konsumdruck (ein starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen).
2.    Kontrollverlust, d.h. Schwierigkeiten den Konsum zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge betrifft).
3.    Entzugserscheinungen treten auf (z.B. Unruhe, Zittern, Kopfschmerzen, Angstzustände), wenn das Suchtmittel nicht zur Verfügung steht.
4.    Dosis steigt, man benötigt immer größere Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt.
5.    Vernachlässigung persönlicher Verpflichtungen oder bisheriger Interessen (das Verlangen nach dem Suchtmittel wird zum Lebensmittelpunkt).
6.    Unablässiger Missbrauch, die Substanz(en) wird wider besseren Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen fortdauernd eingenommen.

Vielfalt der Suchtmöglichkeiten

Sucht ist nicht nur an Substanzen gebunden. Auch ein wiederholt problematisches Verhalten bildet die typischen Symptome einer Suchterkrankung aus. Wir finden dieses Phänomen z.B. in der „Spielsucht“, „Kaufsucht“, „Internet-Sucht“. Beim Sucht-Verhalten kommen also drei kritische Faktoren zusammen: Missbrauch, Abhängigkeit und Kontrollverlust.

Je weiter ein Suchtverhalten fortgeschritten ist, braucht es eine umso stärkere Unterstützung durch eine professionelle Hilfe und Behandlung. Grob skizziert umfasst eine Therapie in weiter fortgeschrittenen Fällen drei Phasen:

•    Die Analyse und Einschätzung der Suchtproblematik (Diagnose).
•    Eine Therapie der physischen und psychischen Begleitumstände – Entzug (z.B. der Vergiftungserscheinungen, der problematischen körperlichem Bewältigungsstrategien beim Entzug, Reha, Psychotherapie).
•    Die Begleitung auf dem Weg aus der Sucht und Nachsorge (Stütztherapien, Selbsthilfegruppen).

Vielleicht braucht es anfangs den Mut ein Beratungs- und Therapieangebot in Erwägung zu ziehen und in Anspruch zu nehmen. Mit dem Willen zur Eigenverantwortung und dem Wunsch zu einem Neustart, steigen die Chancen für ein „Zurück mitten ins Leben“!

Wann ist es zu viel?
Selbsttest zum Alkoholkonsum

Zählen sie 7 Tage lang die Einheiten an alkoholischen Getränken, die Sie konsumieren.
Dabei gilt: 1 Einheit = 1 Flasche Bier oder 1 Glas Wein oder 1 Schnaps (bzw. je eine vergleichbare Alkoholmenge)

Der Konsum ab 21 Einheiten in 7 Tagen gilt als bedenklich! Nehmen sie sich vor, den Konsum zu halbieren und zählen sie wieder. Sie sollten 1 bis 2 Tage auch gänzlich auf jeglichen Alkohol verzichten können.

Gelingt ihnen die Reduktion dauerhaft? Wenn „ja“, dann haben Sie noch die Kontrolle über Ihr Konsumverhalten. Wenn nicht, dann sollten Sie sich um eine fachliche Abklärung bemühen (Sucht-Beratung, Facharzt/-ärztin, Psychotherapeut/-in).

Autor:
Ing. Mag. Herbert Ertl BA pth begleitet und berät als Unternehmensberater und Psychotherapeut unter Supervision Menschen aus ihrer Sucht, aus der Burn-out Falle sowie aus weiteren persönlichen Krisen. Davor war der Magister der Betriebswirtschaft und Ing. der Elektrotechnik mehr als 10 Jahre bei der KPMG als Unternehmensberater tätig und unterstützte Unternehmen bei der SAP Implementierung. Aus dieser Zeit ist er mit den Prozessen und Kulturen in unterschiedlichsten Branchen und Unternehmen vertraut.

Beratung – Coaching – Psychotherapie
www.psychotherapie-ertl.at

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