Spezialist für NaturwissenschafterInnen
  • Spezialist für NaturwissenschafterInnen

  • Netzwerke für NaturwissenschafterInnen

Job on the Top

354733 berwis pixelio.de 150pxDie Karrierewahl ist stark vom sozialen Umfeld und in erster Linie von den Eltern abhängig. Doch wichtig sei es, dass Jugendliche ihre Interessen kennen und auf deren Basis eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen. Foto: (c) berwis/pixelio.de

Raus aus der Rolle: Studie der Uni Graz zeigt, wie Vorurteile Berufswahl beeinflussen
Kfz-Mechaniker und Friseurin zählen nach wie vor zu den beliebtesten Lehrberufen bei Burschen beziehungsweise Mädchen. Warum sich Jugendliche auch im Jahr 2017 noch für geschlechtstypische Ausbildungen entscheiden, hat Ao.Univ.-Prof. Dr. Manuela Paechter vom Institut für Psychologie der Uni Graz gemeinsam mit HS-Prof. Dr. Silke Luttenberger von der Pädagogischen Hochschule Steiermark untersucht. „Bei ihren Karrierevorstellungen orientieren sich SchülerInnen zunächst an ihrem sozialen Umfeld, in erster Linie an den Eltern“, haben die Wissenschafterinnen erhoben. Berufe, die aus der Familie nicht bekannt sind, werden im Regelfall erst gar nicht in Betracht gezogen. „Und sogar die Einschätzung des eigenen Könnens wird von Stereotypen geprägt“, präzisiert die Psychologin. Traut also der Freundeskreis einem Mädchen kein technisches Talent zu, zweifelt es selbst auch an seinen Fähigkeiten.

Frühe Prägung
Die derzeit im Lehrplan für Zwölf- bis Dreizehnjährige verankerte Berufsorientierung in der Schule setzt viel zu spät an, gesellschaftliche Vorurteile haben sich in diesem Altern längst verfestigt. „Schon in der Volksschule sollten Kinder zu einer realistischen Einschätzung ihrer Interessen und Begabungen geführt werden“, empfiehlt Paechter. Das gelingt, wenn sie sich in verschiedensten Feldern betätigen können – etwa an naturwissenschaftlichen Experimenten aus ihrer Lebenswelt – und dort positive Erfahrung sammeln. Wichtig sind Erfolgserlebnisse in Bereichen, die man sich aufgrund des Geschlechts nicht zutraut.
Das Projektteam hat didaktische Empfehlungen für die Unterstützung bei der Berufswahl entwickelt. Gleichzeitig sollen Lehrkräfte für Stereotype sensibilisiert werden, die Karriereentscheidungen beeinflussen. Darüber hinaus muss die Beratung intensiviert werden. „Unsere Studie hat gezeigt, dass SchülerInnen oft Schwierkigkeiten in ausgefallenen Berufen erwarten und diese deswegen von vornherein meiden“, schildert Paechter. Auch mangelndes Wissen über die Fülle an Wahlmöglichkeiten schränken ein.

Für die Studie wurden knapp 600 Jugendliche befragt, weit über 80 Prozent davon streben einen geschlechtstypischen Lehrberuf an. „Es geht uns keineswegs darum, Mädchen in die Technik und Burschen in den Sozialbereich zu drängen“, unterstreicht die Psychologin. Wichtig sei es, dass Jugendliche ihre Interessen kennen und auf deren Basis eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen.

Quelle: Karl-Franzens-Universität Graz 

Kontakt:
Ao.Univ.-Prof. Dr. Manuela Paechter
Institut für Psychologie der Uni Graz
Tel.: 0316/380-8542
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

Partnerbanner

Universitäten forschen

Ultrakurze Laserpulse kontrollieren chemische Prozesse

Mit Läserimpulse Moleküle gezielt zerbrechen. Ein neues Experiment an der TU Wien zeigt, wie die Forschung an ultrakurzen Laserpulsen mit der Chemie verknüpft werden kann. Foto: Ein kurzer Laserpuls trifft auf ein Molekül (hier: Butadien), das in zwei Bruchstücke zerfällt. (c) TU Wien Weiterlesen...

Rund um die Karriere

Der Sprung von der Ressourcenausnutzung zur Potenzialentfaltung

Dr. Arnold Mettnitzer übte  jahrelang in einer kärntner Landgemeinde beherzt und engagiert das Priesteramt aus. 2006 legte er sämtliche Kirchendienste nieder und ist seitdem als Psychotherapeut in Wien und als Vortragender tätig. Der Auseinandersetzung mit der menschlichen Seele ist er damit treu geblieben. Im Gespräch mit life-science Karriere Services spricht er über eine neue Solidarität, die Grundsehnsüchte nach deren Erfüllung jedes menschliche Wesen strebt. Foto: Dr. Arnold Mettnitzer (c)

Weiterlesen...

Find us on Facebook